VORSCHRIFTEN DER REGALINSPEKTION

Verformungsgrenzen bei Traversen und Trägern

Die Einhaltung von Verbiegungsgrenzen bei Regalen ist unerlässlich für die Sicherheit und Effizienz im Lager. Überschreitungen können weitreichende Auswirkungen auf die Lagerumgebung und den Betrieb haben sowie das Unfallrisiko erhöhen. Übermäßige Verbiegungen können die Tragfähigkeit mindern und Instabilität verursachen, was zu Unfällen oder Schäden führen kann.
Zudem beeinträchtigen Verbiegungen die Flächennutzung. Nicht eingehaltene Grenzen schränken den Platz ein und stören Abläufe, was die Effizienz mindert.
Auch das Unfallrisiko steigt. Übermäßig verformte Regale können herabfallende Güter oder einen Zusammenbruch verursachen, wodurch Gefahr für Personen entsteht.

1/100

Bei Kragarmen wird üblicherweise ein Richtwert für die maximale Durchbiegung von 1/100 der individuellen Spannweite angegeben. Dies impliziert, dass ein Kragarm von 0,5 Metern Länge höchstens eine Verformung von 5 mm aufweisen darf.

Durchbiegung eines Kragarms: maximal 5 mm auf 0,5 m Länge

1/200

Für Träger und Fachböden unter Volllast wurde als Grenzwert eine maximale vertikale Durchbiegung von 1/200 der Spannweite festgelegt. Das bedeutet, dass für eine Länge von einem Meter eine Verformung von 5 mm noch innerhalb der zulässigen Grenzen liegt.

Vertikale Durchbiegung einer Traverse: Durchbiegung in der Mitte der Spannweite

1/400

Bei Palettenregaltraversen können horizontale, anhaltende Verformungen ebenfalls zu Schwierigkeiten führen. Solche Verformungen können möglicherweise das Abknicken oder Ausbeulen der Träger verursachen. Als Richtwert gilt eine Grenze von 50 % der üblichen vertikalen Durchbiegung (1/200 Regel) unter Nennbelastung. Dies entspricht also einem Höchstwert von 2,5 mm pro Meter.

Horizontale Durchbiegung der Traverse: maximal 2,5 mm auf 1 m Länge, Regel 1 zu 400

1/1000

Wenn signifikante Durchbiegungen auftreten, lässt dies darauf schließen, dass das Regal entweder gegenwärtig überlastet ist oder früher einer Überlastung ausgesetzt war, was zu bleibenden Verformungen geführt hat. In jedem Fall ist es notwendig, die Belastung des Systems zu verringern und eine gründliche Prüfung durchzuführen, um die Art der Verformung zu ermitteln. Im unbelasteten Zustand ist eine dauerhafte Veränderung von bis zu 20 % der maximal zulässigen Durchbiegung bei Nennlast akzeptabel. Das entspricht höchstens 1/1000 der Spannweite oder einem Millimeter Durchbiegung bei einer Länge von einem Meter.

TIPP!

Von einem Gassenende aus lässt sich eine Überlastung optisch gut feststellen. Bei einer Betrachtung entlang der Längsrichtung sind deutliche Verformungen leicht erkennbar. Wenn Sie sich jedoch unsicher sind, empfiehlt es sich, zur genauen Klärung eine Messung durchzuführen.

Verformungsgrenzen Durchbiegung (Kragarme): Regel: 1/100 max. 5 mm auf 0,5 m Vertikale Durchbiegung (Traversen u. Fachböden): Regel: 1/200 max. 5 mm auf 1 m Horizontale Durchbiegung (Traversen): Regel: 1/400 max. 2,5 mm auf 1 m Dauerhafte Durchbiegung (Traversen u. Fachböden): Regel: 1/1000 max. 1 mm auf 1 m

Original-Ersatzteile und Sicherheitszubehör für Regale

jetzt im Online-Shop sichern!

Verformungsgrenzen bei Regalstützen

Beschädigungen mit begrenzten Knickungen unter einem Meter Länge können anteilmäßig geschätzt werden. Das bedeutet, dass für eine Beschädigung von 0,5 Metern jeweils die Hälfte des vorgegebenen Grenzwertes gilt, also 1,5 bzw. 2,5 mm. Größere Risse und Sprünge in den Bauteilen sollten immer ausgetauscht werden.

Die zulässigen Grenzwerte der Verformung einer Stütze variieren je nach Bauteil und Art der Beschädigung: Quer zur Gassenrichtung ist eine maximale Verformung des Stützenprofils von 3 mm auf einer Länge von 1 m erlaubt. Längs zur Gassenrichtung ist eine maximale Verformung des Stützenprofils von 5 mm auf einer Länge von 1 m erlaubt. Die Aussteifungen des Rahmens (Fachwerkstreben) dürfen maximal eine Verformung von 10 mm auf einer Länge von 1 m aufweisen (Richtungsunabhängig).

Verformung eines Aussteifungselements: maximal 10 mm Abweichung
Verformung der Aussteifungselemente im Regal: maximal 10 mm Abweichung auf 1 m
Verformung am Regalständer: maximal 5 mm Abweichung auf 1 m
Verformung quer zur Fahrtrichtung am Regalständer: maximal 3 mm Abweichung auf 1 m

Wenn eine Stütze sowohl längs als auch quer zur Gassenrichtung beschädigt wurde, müssen beide Defekte separat gemessen werden. Bei der Beurteilung sind dann beide Grenzwerte entsprechend zu berücksichtigen.

Wenn die Verformungen innerhalb dieser Grenzwerte liegen, ist eine regelmäßige Überwachung des defekten Bauteils ausreichend. Es besteht keine Notwendigkeit, die angegebene Tragfähigkeit auf dem Belastungsschild zu reduzieren. Das betroffene Element wird weiterhin als sicher und einsatzfähig betrachtet.

Risse in Schweißnähten oder Stützen

Grundsätzlich ist es nur gestattet, Schweißnähte zu reparieren oder nachzuschweißen, wenn detaillierte Kenntnisse über die verwendeten Werkstoffe vorhanden sind. Andernfalls sollten die betroffenen Elemente ausgetauscht werden. Diese Regelung gilt ebenso für sämtliche Risse in den Regalträgern. Unsachgemäße Schweißarbeiten haben das Potenzial, die Materialstruktur zu verändern, was möglicherweise zu erheblichen Einbußen in der Tragfähigkeit führen kann. Im schlimmsten Fall könnte sogar ein Einsturz des Regals nicht ausgeschlossen werden. Es ist daher von höchster Bedeutung, bei Reparatur- oder Schweißarbeiten äußerste Sorgfalt walten zu lassen.

Lotabweichung

Falls der Hersteller in der Betriebsanleitung keine strengeren Richtlinien vorgibt, sollte die maximale Neigung der Rahmenstützen 0,5 % nicht überschreiten (Richtungsunabhängig). Dies impliziert, dass eine Lotabweichung von bis zu 5 mm auf einen Meter in Ordnung ist.

Bezüglich der Lotabweichungen ist es wichtig zu bedenken, dass diese auch durch Bodenveränderungen hervorgerufen werden können, wie etwa das Absenken des Bodens unter der Regalbasis. Selbst geringfügige Veränderungen können erhebliche Auswirkungen auf die senkrechte
Ausrichtung der Regalstützen haben. Bei Kragarmregalen können zudem senkrechte Belastungen zu Schiefstellungen der Stützen führen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, auf solche Einflüsse zu achten und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Lotabweichung am Regalständer: maximal 5 mm Abweichung auf 1 m Höhe

Es ist unerlässlich, die Beschädigung durch eine angemessene farbliche Markierung zu kennzeichnen und zu dokumentieren. Für diese Kennzeichnung werden die spezifischen Farben Grün, Orange und Rot verwendet. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die festgelegten Grenzwerte für diese Farbkennzeichnung nicht für kleinere und lokal begrenzte Schäden wie Beulen, Krümmungen, Risse und Sprünge gelten. Weitere Informationen zur farblichen Markierung finden sie auf Seite 12.

TIPP!

Um den gegenwärtigen Wert zu bestimmen, bietet sich eine einfache Methode an: Nutzen Sie eine 1 Meter lange Wasserwaage und platzieren Sie ein 5 mm dickes Distanzstück an einem Ende. Dadurch wird deutlich ersichtlich, ob der Grenzwert überschritten wurde oder nicht – eine unkomplizierte Möglichkeit zur Einschätzung.

Empfehlung:

Wir empfehlen den Austausch der beschädigten Komponenten, selbst wenn sie noch innerhalb der zulässigen Verformungsgrenzen liegen.

Verformungsgrenzen Quer zur Fahrtrichtung: max. 3 mm auf 1 m Längs zur Fahrtrichtung: max. 5 mm auf 1 m Lotabweichung: max. 5 mm auf 1 m Verformung der Aussteifungselemente: max. 10 mm auf 1 m

Zulässige Abstände und Platzierung von Ladungsträgern

Um eine unversehrte Be- oder Entladung der Regale zu gewährleisten und Beschädigungen der Stützen sowie der Träger zu vermeiden, ist es wichtig, dass die Ladeeinheiten den festgelegten Abmessungen entsprechen.

Die DIN EN 15620 gibt klare Richtlinien für die erforderlichen Abstände zwischen den Ladeeinheiten und den Stützen sowie Trägern vor. Ebenso legt sie den empfohlenen Zwischenraum zwischen zwei Ladeeinheiten fest. Dies trägt dazu bei, die Integrität der Regale zu erhalten und eine sichere Lagerumgebung zu gewährleisten.

Palettenregal mit eingezeichneten Sicherheitsabständen: Fachhöhe H sowie horizontale Abstände X und vertikale Abstände Y bei Paletten mit und ohne Ladungsüberhang
Tabelle: Höhe des Trägers vom Boden bis zur Tragehöhe in Millimeter mit zugehörigen Abständen X und Y

Wenn Paletten, Stapelbehälter oder ähnliche Objekte verwendet werden, ist es wichtig sicherzustellen, dass die zu lagernden Waren gleichmäßig und symmetrisch auf dem Regal verteilt sind. Dies gewährleistet eine ausgewogene Belastung und trägt zur Stabilität und Sicherheit der Lagerung bei.

Andernfalls besteht das Risiko, dass das Regal ungleichmäßig belastet wird. Diese Ungleichverteilung kann im ungünstigsten Fall bei maximaler Belastung zu einer Überbeanspruchung der Stützen und Träger führen. Falls eine gleichmäßige Lastverteilung nicht erzielt werden kann und dies häufiger oder regelmäßig der Fall ist, sollte die angegebene maximale Belastung reduziert werden. Ähnliches gilt für die Positionierung von Lagergeräten, die ebenfalls symmetrisch auf dem Regal platziert werden sollten, um die Sicherheit und Stabilität zu gewährleisten.

Bei der Beurteilung der maximal zulässigen Belastung von Regalen (DIN EN 15512) wird normalerweise anfänglich von einer gleichmäßigen Streckenlast ausgegangen. Das bedeutet, dass das Gewicht gleichmäßig über die gesamte Breite des Fachs verteilt ist. Falls jedoch beispielsweise eine Punktlast in der Mitte eines Fachs auftritt, halbiert sich die erlaubte Tragfähigkeit.

Vergleich gleichmäßig verteilte Last im Regalfach erlaubt, Punktlast in der Mitte unzulässig wegen reduzierter Tragfähigkeit

Erfahre mehr zum Ablauf einer Regalinspektion

FAQ - Häufig gestellte Fragen

Ihre Fragen – klar und prägnant beantwortet

Bei Palettenregalstützen gelten 3 mm Verformung pro Meter quer zur Gasse und 5 mm pro Meter in Gassenrichtung als Grenzwerte der grünen Gefahrenstufe. Verformte Aussteifungselemente dürfen höchstens 10 mm pro Meter abweichen.

Die maximale vertikale Durchbiegung einer Regaltraverse unter Nennlast beträgt 1/200 der Spannweite. Das entspricht 5 mm pro Meter. Eine größere Durchbiegung kann auf eine aktuelle oder frühere Überlastung des Regals hinweisen.

Im unbelasteten Zustand darf eine dauerhafte vertikale Verformung höchstens 1/1000 der Spannweite betragen. Das entspricht 1 mm pro Meter. Bei größeren bleibenden Verformungen sollte die Traverse entlastet und fachgerecht kontrolliert werden.

Sofern der Regalhersteller keine strengeren Vorgaben macht, darf die Lotabweichung höchstens 0,5 Prozent betragen. Das entspricht einer Abweichung von 5 mm auf einer Höhe von einem Meter. Größere Abweichungen müssen überprüft und behoben werden.

Risse im Grundmaterial oder in Schweißnähten dürfen nicht ohne genaue Kenntnisse der verwendeten Werkstoffe geschweißt werden. Unsachgemäße Schweißarbeiten können die Tragfähigkeit erheblich reduzieren. In vielen Fällen ist der Austausch des beschädigten Regalbauteils erforderlich.

Die angegebene Fachlast setzt normalerweise eine gleichmäßige Lastverteilung voraus. Wird das Gewicht als einzelne Punktlast in der Fachmitte eingelagert, kann sich die Beanspruchung der Traverse deutlich erhöhen. Die zulässige Belastung muss deshalb gegebenenfalls reduziert werden.

Haben Sie noch Fragen?

Sollten Sie weitere Fragen haben oder Klärungsbedarf bestehen, können Sie sich gerne an uns wenden. Unser Team steht Ihnen bei allen Fragen zu unseren Dienstleistungen, der Produktverfügbarkeit sowie zu bewährten Lösungen für Ihren Regalbedarf zur Verfügung.

Unverbindliche Angebotsanfrage

Holen Sie sich jetzt Ihr unverbindliches Angebot. Wir melden uns umgehend bei Ihnen. Pflichtfelder sind mit (*) gekennzeichnet

Great! We’ve received your information.

We couldn’t process your submission. Please retry