Vorschriften der Leiter- und Trittprüfung

Die richtige Leiter für Ihre Sicherheit

Die Gewährleistung der Arbeitssicherheit beim Einsatz von Leitern und Tritten startet schon bei der sorgfältigen Auswahl der richtigen Aufstiegshilfe. Für eine fundierte Entscheidung sollten mehrere wichtige Aspekte in Bezug auf die bevorstehende Tätigkeit berücksichtigt werden:

- notwendige Tragfähigkeit der Leiter
- Dauer der geplanten Tätigkeiten
- erforderliche Arbeitshöhe
- Beschaffenheit des Untergrunds
- Materialbeschaffenheit der Leiter
- Kompatibilität bei benötigten Zubehörteilen

Anlegeleitern

sind einfache, nicht verstellbare Leitern, die gegen eine Wand oder eine andere Oberfläche gelehnt werden müssen, um Stabilität zu gewährleisten. Sie bestehen typischerweise aus Holz, Aluminium oder Fiberglas. Anlegeleitern sind besonders nützlich für Arbeiten in Höhen, wie z.B. beim Streichen von Wänden oder beim Reinigen von Dachrinnen. Ihre einfache Konstruktion ohne bewegliche Teile macht sie robust und langlebig, allerdings sind sie nicht selbststehend und erfordern eine sichere Anlehnfläche.

Stehleitern

auch bekannt als Klappleitern, sind selbststehende Konstruktionen, die aufgrund ihres A-förmigen Designs keine zusätzliche Stütze benötigen. Diese Leitern haben in der Regel zwei Seiten, die durch Scharniere verbunden sind und zusammengeklappt werden können, was sie leicht transportierbar und platzsparend in der Lagerung macht. Stehleitern eignen sich hervorragend für Arbeiten in Innenräumen, wie das Erreichen von Regalen oder das Durchführen von Deckenarbeiten. Einseitige Stehleitern besitzen auf einer Seite Stufen mit einer Plattform am oberen Ende für zusätzliche Stabilität und Sicherheit.

Mehrzweckleitern

sind extrem vielseitig und können in verschiedenen Konfigurationen genutzt werden: als Anlegeleiter, Stehleiter und manchmal sogar als Arbeitsbühne. Diese Leitern sind typischerweise aus leichten, aber starken Materialien wie Aluminium gefertigt und verfügen über mehrere Gelenke, die es ermöglichen, die Form der Leiter zu ändern. Mehrzweckleitern sind ideal für den Einsatz in und um das Haus oder auf Baustellen, wo Flexibilität in der Höhenarbeit gefordert ist.

Tritte

sind kleine, oft ein- oder zweistufige Helfer, die für das schnelle Erreichen von leicht erhöhten Bereichen gedacht sind. Sie sind kompakt und leicht, was sie ideal macht, um schnell und einfach in der Küche, im Büro oder bei anderen alltäglichen Aufgaben genutzt zu werden. Tritte sind in der Regel nicht für höhere Arbeiten ausgelegt, aber bieten eine stabile Plattform und sind oft mit einer Anti-Rutsch-Oberfläche für zusätzliche Sicherheit ausgestattet.

Podestleitern

zeichnen sich durch eine große, stabile Plattform am oberen Ende der Leiter aus, die als sicherer Standplatz für längere Arbeiten dient. Im Gegensatz zu herkömmlichen Leitern bieten Podestleitern eine höhere Sicherheit und Komfort, da sie eine größere Standfläche bieten und oft mit Geländern oder Absturzsicherungen ausgestattet sind.

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Sprossen- und Stufenleiter

Leitern sind unverzichtbare Hilfsmittel im beruflichen wie auch im privaten Alltag. Doch nicht jede Leiter ist für jede Arbeit gleichermaßen geeignet. Vor allem unterscheiden sich Sprossen- und Stufenleitern sowohl in ihrer Bauweise als auch in den gesetzlichen Vorgaben für ihren Einsatz.

Unterschiede zwischen Sprossen- und Stufenleitern

Sprossenleitern verfügen über schmale Trittflächen, auf denen die Füße lediglich einen kleinen Kontaktbereich haben. Sie sind besonders leicht und flexibel einsetzbar, zum Beispiel bei Arbeiten, die häufiges Auf- und Absteigen erfordern. Aufgrund der schmalen Trittflächen wird der Standkomfort jedoch eingeschränkt, was bei längeren Arbeiten zu Ermüdung führen kann.

Stufenleitern hingegen sind mit breiten, stabilen Trittflächen ausgestattet, die für mehr Komfort und Sicherheit sorgen. Diese Leitern sind insbesondere für längere Arbeiten in der Höhe zu empfehlen, da sie einen besseren Halt bieten und das Stehen auf ihnen weniger belastend ist

Gesetzliche Regelungen: Einsatzzeiten und Arbeitssicherheit

Es ist erlaubt, auf Sprossenleitern zu arbeiten, allerdings nur in Kombination mit zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen. So muss eine Sprossenleiter mit einer Plattform, wie beispielsweise einem Einhänge-Trittpodest, ausgestattet sein, um den Anforderungen gerecht zu werden. Alternativ kann auch eine Stufenleiter verwendet werden, sofern die Stufen eine Mindesttiefe von 80 mm haben, um ausreichend Stabilität und Komfort zu gewährleisten.

Arbeiten in der Höhe – Sicherheitsanforderungen

Leiter mit farbcodierten Sprossen je Arbeitshöhen-Zone Grün bis 2 Meter, Gelb 2 bis 5 Meter, Rot über 5 Meter. Links Skala mit Meterangaben. 0 m 1 m 2 m 3 m 4 m 5 m 6 m

Über 5 m

Über 5 Meter Arbeitshöhe dürfen Leitern als Arbeitsplatz nicht mehr genutzt werden. In diesen Fällen sind alternative Arbeitsmittel wie Rollgerüste oder Hubarbeitsbühnen zwingend vorgeschrieben, um die Sicherheit des Arbeitenden zu gewährleisten und Abstürze zu verhindern.

2 m bis 5 m (max. 2h)

Für Arbeitshöhen zwischen 2 und 5 Metern gelten zeitliche Begrenzungen. Hier dürfen Arbeiten auf der Leiter nur für eine Dauer von bis zu 2 Stunden pro Arbeitsschicht durchgeführt werden, um das Unfallrisiko zu minimieren und die Belastung für den Benutzer zu reduzieren.

0 m bis 2 m (∞)

Bis zu einer Arbeitshöhe von 2 Metern dürfen Leitern ohne zusätzliche Einschränkungen genutzt werden.

Erfahre mehr zum Ablauf einer Leiter- und Trittprüfung

Sicherheitsstandards beim Einsatz von Leitern

Sichtkontrolle

Vor der Benutzung von Leitern und deren Zubehörteilen ist eine Überprüfung unerlässlich. Dies ist besonders wichtig, wenn die Hilfsmittel nicht Eigentum Ihres Unternehmens sind, sondern von externen Dienstleistern zur Verfügung gestellt werden. Es dürfen ausschließlich Leitern in einwandfreiem Zustand zum Einsatz kommen.

Leiter auf Schäden an Holmen und Sprossen prüfen

Es ist notwendig, die Holme und Stufen / Sprossen auf eventuelle Schäden zu untersuchen. Selbst geringfügige Defekte sind unverzüglich zu melden und die betreffende Leiter muss sofort außer Betrieb genommen werden.

Spreizsicherung an der Stehleiter vollständig gespannt und sicher befestigt

Stellen Sie sicher, dass die Scharniere der Spreizsicherung bei der Nutzung von Stehleitern vollständig gespannt sind, um optimale Stabilität zu gewährleisten. Zudem ist zu gewährleisten, dass die Spreizsicherungsscharniere bei Stehleitern sicher und fest installiert sind.

Feststellbremse an einer Leiter vor der Nutzung prüfen, damit sie nicht wegrollt

Die Feststellbremse, sofern diese vorhanden ist, muss vor der Nutzung der Leiter eingehend kontrolliert werden, um sicherzustellen, dass die Leiter stabil positioniert ist und nicht wegrollen kann.

Maximale Belastung 150 kg

Die Belastungsgrenze von Leitern und Tritten liegt in der Regel zwischen 100 und 150 kg. Dabei ist zu beachten, dass das Gewicht von mitgeführten Werkzeugen oder Materialien zusätzlich zum Körpergewicht einzurechnen ist.

Unzulässig: Leiter oder Tritt gleichzeitig von zwei Personen benutzen, nur eine Person erlaubt

Die Benutzung von Leitern und Tritten durch mehr als eine Person zur gleichen Zeit ist untersagt, auch bei Arbeiten in relativ geringer Höhe.

Standsicherheit

Unzulässig: Leiter an ungeeigneten Anlegepunkten wie Säulen, Pfosten oder Türrahmen anlehnen

Achten Sie darauf, Ihre Leitern nur an Orten aufzustellen, die für ihre Stabilität geeignet sind! Zu den Orten, die für das Anlehnen von Leitern als unsicher gelten, zählen unter anderem Seile, Säulen, Pfosten und Türrahmen. In solchen Situationen empfiehlt es sich, auf eine Stehleiter zurückzugreifen.

Unzulässig: Leiter auf unebenem oder weichem Untergrund aufstellen

Positionieren Sie Leitern und Tritthilfen stets auf festem und ebenem Boden. Unpassende Untergründe oder instabile Flächen sollten vermieden werden.

Leiter auf weichem Untergrund mit Stahlspitzen für besseren Halt

Für die Nutzung von Leitern auf weichem Untergrund ist es ratsam, Leitern mit Stahlspitzen zu verwenden, um einen besseren Halt im Boden zu gewährleisten. Bei Stehleitern ist diese Vorkehrung nicht notwendig.

Unzulässig: Leiter bei Schnee, Eis oder verschütteten Flüssigkeiten verwenden, Rutschgefahr

Verzichten Sie auf den Einsatz von Leitern bei Wetterbedingungen, die das Unfallrisiko erhöhen, beispielsweise bei Schnee und Eis oder bei verschütteten Flüssigkeiten.

Richtig: Anlegeleiter im Winkel von 65 bis 75 Grad zur Wand aufstellen

Für Anlege- und Mehrzweckleitern ist ein Anlegewinkel zwischen 65° und 75° ideal. Sorgen Sie bei der Aufstellung von Steh- oder Anlegeleitern dafür, dass die Stufen horizontal ausgerichtet sind, um ein Umkippen bei zu steilem oder ein Abrutschen bei zu flachem Winkel zu verhindern.

Sicheres Besteigen

Unzulässig: offenes Schuhwerk wie Flipflops beim Benutzen von Leitern und Tritten

Beim Besteigen von Leitern und Tritten sollten Sie ausschließlich festes, geschlossenes Schuhwerk mit rutschfesten Sohlen tragen. Vermeiden Sie offenes Schuhwerk, da es nicht geeignet ist und Ihre Sicherheit gefährden kann.

Person steigt an der Leiter hoch und hält sich mit der Hand am Holm fest

Beim Hochsteigen ist es zudem entscheidend, sich stets an der Leiter festzuhalten, um die Stabilität und die eigene Sicherheit zu erhöhen.

Unzulässig: Stehleiter als Anlegeleiter verwenden, Rutsch und Kippgefahr

Setzen Sie Stehleitern nicht als Anlegeleitern ein. Die Leiterfüße sind nicht dafür ausgelegt, ein sicheres Standvermögen zu garantieren und können leicht verrutschen. Ebenso sind die Leitergelenke nicht für solche Belastungen vorgesehen. Das Risiko, dass die Leiter bereits beim Aufsteigen auf die erste Stufe kippt, ist groß.

Verbot: oberste vier Sprossen des ausgezogenen Leiterteils nicht besteigen, Kippgefahr

Vermeiden Sie es, die obersten drei Sprossen einer Anlege- oder Schiebeleiter zu benutzen. Diese Sprossen sind ausschließlich dazu da, um sich festzuhalten. Ein zu hohes Steigen auf der Leiter verhindert, dass Sie sich sicher festhalten können, und erhöht das Risiko, dass die Leiter wegrutscht.

Unzulässig: oberste vier Sprossen des ausgezogenen Leiterteils nicht betreten, Kippgefahr

Wenn Sie eine Mehrzweckleiter oder eine Stehleiter verwenden, die verstellbare Schenkel hat, beachten Sie bitte, dass die obersten vier Sprossen des herausgezogenen Teils nicht bestiegen werden sollten! Dies erhöht das Risiko, dass die Leiter kippt.

Sicheres Arbeiten

Verbot: seitlich aus der Leiter hinauslehnen, Körperschwerpunkt muss zwischen den Holmen bleiben

Um Ihre Sicherheit bei der Arbeit mit einer Leiter zu gewährleisten, sollten Sie es vermeiden, sich seitlich hinauszulehnen, da dies das Risiko eines Umkippens erhöht. Es ist wichtig, dass Ihr Körperschwerpunkt stets innerhalb der beiden Holme bleibt. Sollten Sie einen sichereren Standort benötigen, versetzen Sie die Leiter lieber öfter.

Verbot: Wechseln von der Stehleiter auf eine höhere Fläche wegen Kippgefahr

Das Wechseln von einer Stehleiter zu höheren Arbeitsflächen ist untersagt. Das Risiko, dass die Leiter seitlich kippt, ist hoch.

Grafik: Anlegeleiter am Podest, Überstand oben mindestens 1 Meter als Sicherheitsregel

Das Wechseln auf höher gelegene Bereiche darf nur mit Mehrzweck-, Schiebe- oder Anlegeleitern erfolgen. Dies ist jedoch nur zulässig, wenn die Leiter oben mindestens einen Meter über die Anlegefläche hinausragt oder wenn an der Anlegestelle Haltemöglichkeiten vorhanden sind. Selbst dann ist es empfehlenswert, die Leiter mittels Einhängevorrichtungen zusätzlich zu stabilisieren, um ein Verrutschen zu verhindern.

Bei der Auswahl einer Leiter ist es wichtig, den Unterschied zwischen Standhöhe, Arbeitshöhe und Reichhöhe zu verstehen.

Die Standhöhe ist die höchste Stufe einer Leiter, die sicher betreten werden kann.

Grafik zur Reichhöhe: Person auf Leiter, Markierung von Standhöhe und Arbeitshöhe

Unter Arbeitshöhe versteht man den Bereich, in dem Tätigkeiten auf Brusthöhe ausgeführt werden, wie zum Beispiel beim Bohren. Diese Höhe befindet sich etwa 1,50 Meter über der Standhöhe.

Grafik: Person auf Leiter, Markierung von Standhöhe und Reichhöhe

Die Reichhöhe gibt an, wie hoch eine Person von der Standhöhe aus greifen kann, was in der Regel ungefähr 2,00 Meter über der Standhöhe liegt.

Quertraversen sind Pflicht

Leiter mit Quertraverse

Die Quertraverse ist ein wichtiger Bestandteil zur Erhöhung der Standsicherheit von Leitern. Sie sorgt dafür, dass die Leiter auch auf unebenen oder rutschigen Flächen stabil steht. Ab einer Leiterlänge von 3 Metern ist das Anbringen einer Quertraverse gemäß den geltenden Sicherheitsvorschriften Pflicht. Dies reduziert die Gefahr von Kippunfällen erheblich und gewährleistet sicheres Arbeiten in der Höhe.

Gerne stehen wir Ihnen bei der Auswahl der passenden Quertraverse zur Seite, um die Sicherheit Ihrer Leiter zu optimieren. Kontaktieren Sie uns – wir beraten Sie gerne!

FAQ - Häufig gestellte Fragen

Ihre Fragen – klar und prägnant beantwortet

Eine Leiter darf als Arbeitsplatz grundsätzlich nur bis zu einer Standhöhe von fünf Metern verwendet werden. Bei einer Standhöhe zwischen zwei und fünf Metern sind nur zeitweilige Arbeiten von insgesamt höchstens zwei Stunden pro Arbeitsschicht zulässig. Entscheidend ist die Standhöhe, nicht die erreichbare Arbeitshöhe.

Beim Arbeiten auf einer Leiter müssen beide Füße grundsätzlich auf einer Stufe oder Plattform stehen. Eine reine Sprossenleiter ist als Arbeitsplatz daher nur in begründeten Ausnahmefällen zulässig. Alternativ kann je nach Leiterart ein geeignetes Einhängepodest verwendet werden.

Ja, Leitern und Tritte müssen vor jeder Verwendung auf offensichtliche Schäden und Mängel kontrolliert werden. Achten Sie besonders auf Holme, Stufen, Sprossen, Leiterfüße, Scharniere, Spreizsicherungen und Feststellbremsen. Die Sichtkontrolle ist auch bei einer gültigen Prüfplakette erforderlich.

Nach einer Instandsetzung oder der Montage von Anbauteilen muss die Leiter vor der nächsten Verwendung fachkundig kontrolliert werden. Dadurch wird geprüft, ob die Reparatur ordnungsgemäß durchgeführt wurde und die Leiter wieder sicher verwendet werden kann.

Die zulässige Belastung richtet sich nach den Angaben des Leiterherstellers auf dem Typenschild. Dabei müssen das Körpergewicht sowie mitgeführte Werkzeuge und Materialien zusammengerechnet werden. Die angegebene maximale Belastung darf nicht überschritten werden.

Eine Anlegeleiter muss auf einem festen und ebenen Untergrund stehen und an einer tragfähigen Fläche angelegt werden. Der Anlegewinkel sollte ungefähr zwischen 65 und 75 Grad liegen. Türen, Pfosten, Glasscheiben oder andere ungeeignete Anlegeflächen dürfen nicht verwendet werden.

Haben Sie noch Fragen?

Sollten Sie weitere Fragen haben oder Klärungsbedarf bestehen, können Sie sich gerne an uns wenden. Unser Team steht Ihnen bei allen Fragen zu unseren Dienstleistungen, der Produktverfügbarkeit sowie zu bewährten Lösungen für Ihren Regalbedarf zur Verfügung.

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